Hol erstmal Luft und bleib auf dem Teppich

Veröffentlicht von Lukas am

Erstsemester im Bachelorstudium stolzieren die Gänge auf und ab. Fühlen sich großartig. Sie studieren, andere nicht.

Wahnsinn. Tolle Leistung.

Nein, sind wir doch mal ehrlich. Im Endeffekt sind auch diese Personen Menschen. Egal, wie man es dreht und wendet. Doch erstaunlich dabei ist oft, dass sie sich für etwas besseres halten. Aber wieso? Ein Studium bringt dich in der Theorie weiter, in der Praxis sieht man aber oft blöd aus.

Im Grunde kommen Erstsemester daher wie Entchen, denen man erst einmal beibringen muss, wofür ihre dummen Füßchen eigentlich da sind.

Bachelor

Studieren garantiert Erfolg?

Mit Sicherheit nicht. Ausgeschlossen. Jedenfalls nicht einzig und allein. Ehrgeiz und Fleiß, das garantiert Erfolg.

Bevor ich angefangen habe als Werkstudent zu arbeiten war mir bewusst, dass ich mir noch einiges an Wissen aneignen muss. Doch als ich wirklich in der Arbeit versunken bin wurde mir erst bewusst, wie viel ich doch noch zu lernen habe. Ich habe von Anfang an nicht gedacht, dass ich alles kann oder besser bin als andere, doch die Realität sah noch krasser aus.

Insbesondere im Bereich der Informatik lernt man in den Vorlesungen und Übungen vieles an Theorie. Die Praxis und die eigentliche Anwendung bleibt dabei manchmal auf der Strecke. Zumindest wenn es um komplexe (manche würden realistische sagen) Anwendungen geht.

Es ist ein bisschen wie das Fahrrad fahren. In der Theorie lässt sich super erklären, wie das funktioniert und worauf zu achten ist. Doch in der Praxis hilft all das erstmal nicht weiter. Man muss üben. Üben bis man es dann doch endlich kann.

Genau dieses Denkmuster muss auf die Softwareentwicklung übertragen werden.

Doch dann kommt etwas Neues

Neue Technologien. Und nun?

Der Lernprozess wird wieder von vorne beginnen. Eine neue Technologie bedeutet, dass man sich erneut Wissen aneignen muss, das man später anwenden kann. Zu Beginn meiner Tätigkeit als Werkstudent kannte ich Technologien wie Java, JavaScript, TypeScript und C#. Und dann fand ich mich vor Unity wieder. Gar nicht mein Bereich.

Doch ich habe die Herausforderung angenommen und mir Dinge von einem unserer Auszubildenden erklären lassen. Und was soll ich sagen? Er hat es drauf. Ich nicht.

Ich befinde mich im Studium, er zu diesem Zeitpunkt nicht. Dennoch konnte ich eine Menge lernen und mir wurde einmal mehr bewusst, wie wenig entscheidend ein Studium sein kann, sofern es nicht um formale Voraussetzungen geht. Der Ehrgeiz und die Wissbegierigkeit zählen.

Auf dem Teppich bleiben

Man kann diesen Appell wirklich nur an jeden Studenten richten. Atme durch, bleib locker. Du befindest dich im Studium, hast aber keine Garantie dieses abzuschließen. Und du wirst trotz einem Abschluss nicht besser sein als andere Menschen auch.

Lass dir helfen, begegne Menschen auf Augenhöhe und respektiere sie. Jeder ist auf seinem Gebiet besonders und jede Person hat besondere Fähigkeiten. Man sollte niemals aufgrund eines (fehlenden) Studiums über eine Person urteilen.

Es gibt einige Menschen, die aus Gründen nicht studieren konnten. Andere wollten es gar nicht. Das bedeutet allerdings nicht, dass man von diesen Menschen nichts lernen kann oder dass diese gar weniger intelligent sind.

Darf man dennoch stolz sein?

Definitiv. Sollte man sogar. Studieren bedeutet harte Arbeit. Man muss sich in vielen Fällen wirklich durchbeißen. Und am Ende darf man auf das, was man geleistet hat auch durchaus stolz sein.

Stolz sein bedeutet aber nicht, es jeder Person unter die Nase zu reiben oder sich höher zu stellen. Stolz sein kann auch still und heimlich erfolgen. Beispielsweise indem es das Selbstbewusstsein stärkt.

Behalte also immer im Hinterkopf, was du bereits erreicht hast und arbeite dich zu deinem nächsten Meilenstein vor. Und genieße vor allem auch das schöne Gefühl, nachdem du deinen Meilenstein erreicht hast. Das gilt im Übrigen für jeden, nicht nur Studenten.

Kategorien: Allgemein

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.