Warum ein Job als Werkstudent lohnenswert ist

Veröffentlicht von Lukas am

Seit 2018 arbeite ich neben meinem Studium als Werkstudent im Bereich Software Engineering. Zuvor habe ich ein Praktikum in der Softwareentwicklung absolviert und kann nur jedem Studierenden raten, diesen Weg zu gehen.

Warum ich diesen Weg als richtig erachte und der Meinung bin, dass viel mehr Studenten, insbesondere in Informatik-Studiengänge, einen Werkstudentenjob parallel zu ihrem Studium machen sollten, möchte ich in diesen Beitrag näher erläutern.

Theorie im Studium – Praxis im Job

Praktische Erfahrung im Job als Werkstudent
Praktische Erfahrungen sammelt man sehr gut als Werkstudent

Im Studium werden sehr viele Theorien vermittelt. Gerade als Informatiker bekommt man die Grundlagen für eine gute Entwicklung vermittelt und lernt, mit den gängigen Technologien umzugehen. Zumindest so weit, dass man basierend auf diesen Kenntnissen weiter in die Materie einsteigen kann.

Ziel ist es, die Studierenden in sämtlichen theoretischen Grundlagen fit zu machen, so dass sie darauf aufbauen können und im Berufsleben gut durchstarten können. Die Praxis kann dabei nur bedingt vermittelt werden, den die Beispiele müssen so einfach gehalten sein, dass man den Überblick behalten kann.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass wir im Modul Programmieren sehr viele Eigenschaften in C# lernen mussten und auch den Umgang mit der objektorientierten Programmierung vermittelt bekamen. Wir schrieben auch kleinere Skripte und mussten immer wieder unter Beweis stellen, dass wir deren Funktionalität verstanden haben. Nicht zuletzt in der Klausur am Ende des Semesters. Eine vollständige Anwendung haben wir allerdings nie entwickelt.

Als ich mich dann selbst daran machen wollte eine eigene Software zu entwickeln musste ich feststellen, dass es noch viel mehr als nur die wichtigsten Grundlagen und Eigenschaften gibt, die man beherrschen muss. Es gilt die Systemarchitektur zu planen und zu verstehen, was je nach Umfang des Projekts eine große Herausforderung sein kann. Da allerdings viele der theoretischen Grundlagen sehr allgemein waren, konnte man diese nicht einfach 1:1 auf einen konkreten Anwendungsfall übertragen.

Damals habe ich mir noch die Frage gestellt, wie man es dann schaffen kann, ein guter Entwickler zu werden. Welche Skills muss ich mitbringen und woher bekomme ich all die notwendigen Informationen?

Die Antwort auf die Frage war im Grunde einfach und gleichzeitig auch kompliziert. Denn um in der Praxis gut zurecht kommen zu können, braucht man Praxiserfahrung. Verwirrend, nicht wahr?

Wenn man einmal genauer darüber nachdenkt, scheint es allerdings sehr logisch zu sein. Bildet man zusammen mit anderen Entwicklern ein Team, eignet man sich Skills und Fähigkeiten des Teams an. Je mehr man in Kontakt mit erfahrenen Entwicklern kommt, desto wertvoller werden die Kenntnisse, die man erwirbt. Doch diese Fähigkeiten erwirbt man nur, wenn man sich auch wirklich mit der Thematik beschäftigt und einen konkreten Anwendungsfall hat. Diesen bekommt man, wenn man durch einen Job ein Teil eines Teams wird.

Meine Erfahrung zeigt, dass man in einem Werkstudentenjob die ideale Möglichkeit bekommt, theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung zu verknüpfen. Durch die Kollegen, kann man sich sicher sein, dass man jederzeit einen Ansprechpartner hat, wenn es zu Problemen kommen sollte. Auch wurde mir klar, dass die theoretischen Grundlagen durchaus wertvoll sind und im Studium sehr gut vermittelt werden.

Das Netzwerk aufbauen

Neben dem Ausbau der eigenen Kenntnisse ist das Netzwerken ein weiterer wichtiger Bestandteil, der den Einstieg ins Berufsleben erleichtern kann.

An der Hochschule oder Universität kann man meist nur bedingt Kontakte in die Wirtschaft knüpfen, denn so nah die Hochschule auch dran sein will, sie ist nun mal ein eigener Bereich. Es besteht also nur die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen, indem man selbst aktiv wird. So unangenehm das auch manchen Personen sein kann, es ist absolut notwendig.

Der Job als Werkstudent bietet auch hier wieder sehr gute Chancen, denn innerhalb des Projektteams knüpft man direkt Kontakte zu anderen Entwicklern. Auch darüber hinaus lernt man andere Personen innerhalb des Unternehmens kennen.

Auf diese Kontakte kann man zurückgreifen, wenn es darum geht, dass man Hilfe benötigt.

Doch nicht nur innerhalb des Unternehmens knüpft man Kontakte. Auch außerhalb ist dies sehr gut möglich. Beispielsweise arbeiten einige Unternehmen an Forschungsprojekten, bei denen sich die Teams nicht selten aus Personen unterschiedlicher Unternehmen oder Institutionen zusammensetzen.

Jeder Kontakt ist hierbei auf seine eigene Art und Weise besonders, denn jeder hat andere Schwerpunkte und Interessen. Hier sollte man sich unbedingt inspirieren lassen und sich auch einmal zu etwas neuem hinreißen lassen. Denn ohne Neues wird man niemals einen Fortschritt schaffen.

Finanzierung des Studiums

Der in meinen Augen dritte wichtige Punkt, der für einen Job als Werkstudent spricht, ist die Finanzierung des Studiums.

Wir wissen alle, dass ein Studium nicht geschenkt ist und man nicht nur viel dafür tun muss, sondern auch die Finanzierung nicht außer Acht lassen darf. Einige Studenten haben das Glück ein Stipendium ergattert zu haben, andere bekommen ihr Studium von der Familie finanziert. Und das ist keinesfalls verwerflich, das ist durchaus eine gute Situation. Denn man kann sich auf das Wichtige konzentrieren.

Es gibt allerdings auch die Studierenden, die sich ihr Studium selbst finanzieren müssen. Das Geld hierfür kann aus Minijobs stammen oder aus Arbeiten am Fließband. Was auch immer man tut, um sein Studium zu finanzieren, es verdient Respekt. Denn es ist nicht einfach, das Studium und den Job unter einen Hut zu bekommen. Insbesondere nicht dann, wenn die Klausuren anstehen.

Wer allerdings die Chance hat, einen Job in dem Bereich zu bekommen, in dem er nach dem Studium arbeiten wird oder möchte, sollte diese nutzen. Man bekommt direkt Einblicke in den Alltag und kann, wie bereits oben erwähnt, Kontakte knüpfen und Skills erwerben. Das ist neben der theoretischen Ausbildung an der Hochschule sehr viel wert für den späteren Start ins Berufsleben.

Kann man diese Vorteile nun noch mit dem Aspekt der Finanzierung kombinieren, befindet man sich in einer wirklich sehr guten Situation. Man finanziert sein Studium und profitiert davon. Außerdem sind als Werkstudent Abgaben an den Staat nicht so hoch, wie bei einem Vollzeitjob. Es kann sich also wirklich lohnen.

Arbeitgeber sind erfreut über Erfahrung

Studierende einzustellen bringt in meinen Augen frischen Wind ins Unternehmen und sorgt dafür, dass man einen besseren Einblick in die Ausbildung der Studierenden bekommt.

Doch die Betriebe achten sehr genau auf die Erfahrungen, die Studierende schon während ihres Studiums gemacht haben. Nicht selten wird man darauf angesprochen und es wird versucht herauszufinden, wie tief man schon in der Materie ist.

Erfahrungen, die man als Werkstudent oder Praktikant gemacht hat sind ein großer Bonus, wenn es darum geht, ob man den Job bekommt oder nicht. Denn sie zeigen, dass man nicht nur die Theorie kennt und anhand seiner Noten belegen kann, dass man sie verstanden hat, sondern zeigen auch ein gewisses Engagement sowie praktische Kenntnisse in unterschiedlichen Bereichen.

Nicht zuletzt kann man sich dann auch auf die Schulter klopfen und von sich behaupten, dass man sich den Job erkämpft hat, sondern man fühlt sich auch beim Antritt der Stelle sicherer und kann selbstbewusster ins Berufsleben starten.

Kategorien: Allgemein

1 Kommentar

Wie du besser programmieren lernst • Blog - Lukas Knöller · 18. September 2019 um 23:00

[…] Seit geraumer Zeit bin ich nun selbst in der Softwareentwicklung, obwohl ich mich dabei anfangs recht unsicher gefühlt habe. Das lag ganz einfach an der Tatsache, dass ich mich noch im Studium befand und ich mich nicht auf dem gleichen Niveau gesehen habe, wie meine Kollegen. […]

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